Lautlos über Marokko

Mein Kopf ist nach unten gebeugt, der Blick auf den Rücken meiner Kamera gerichtet, ich prüfe, ob ich die richtigen Einstellungen vorgenommen habe. Als ich aufblicke, schwebe ich 20 Meter über dem Boden.

Im Ballon über Marokko

Wir stehen dicht an dicht mit sieben weiteren Passagieren im Ballonkorb und schweben über eine rot-karge Landschaft ganz in der Nähe von Marrakech. Der Aufstieg war so lautlos, dass ich ihn glatt verpasst habe. Innerhalb von Sekunden steigen wir hoch hinauf, die Bäume, Schafe und Häuser unter uns werden winzig klein und sehen aus wie eine Miniaturwelt. Weit und breit die gleiche Landschaft. Ein trockener Boden, kaum Vegetation und noch weniger Zivilisation. Und dennoch wunderschön.

Wir sind etwa 15 km von Marrakech entfernt, wo wir um 5 Uhr morgens abgeholt wurden. Komplett übermüdet nach nur vier Stunden Schlaf (und zwar die zweite Nacht in Folge!) sind wir ins Auto gestiegen, das uns auf Land gefahren hat, wo wir mit den anderen Mitfahrenden erstmal ein kleines Frühstück in einem Berberzelt serviert bekommen, während die Crew den Heißluftballon in der ersten Morgendämmerung vorbereitet.

Der Ballon wird startklar gemacht. Die Crew gibt alles, um ihn hochzuziehen.

Im Korb: Unter der Flamme wird es ganz schön heiß. Frieren tut man hier auf jeden Fall nicht.

Die Ballonfahrt haben wir uns zur Hochzeit selbst geschenkt, die keine 48 Stunden her ist. Eigentlich sollte die Ballonfahrt erst am nächsten Tag stattfinden – wir hatten ursprünglich vor, etwas fitter hier aufzuschlagen. Doch auf dem Weg zum Flughafen rief uns der Captain an und bat uns aufgrund ungünstiger Windverhältnisse die Fahrt schon heute zu machen.

Trotz Schlafmangel sind wir von der Ballonfahrt begeistert. Der schönste Moment ist der, als die Sonne hinter dem Atlas Gebirge aufsteigt und die Landschaft mit Licht flutet. Innerhalb weniger Minuten steigt die Sonne auf und es wird Tag. Für diesen Anblick lohnt dann auch die kurze Nacht. Gegen die Müdigkeit hilft auch der gut gelaunte Captain, der sich den ein oder anderen Witz mit schwarzem Humor nicht verkneift.

Sonnenaufgang über dem Atlas Gebirge. Dafür lohnt sich die kurze Nacht.

Und tschüss…die nächsten Gäste nach uns heben bei Sonnenschein ab.

Nach einer Stunde landen wir wieder am Boden. Jeeps, die dem Ballon gefolgt sind, bringen uns zum Berberzelt zurück, wo ein riesiges marokkanisches Frühstück mit allerlei Leckereien für uns vorbereitet wurde. Für uns die erste Mahlzeit in Marokko, nachdem wir erst in der Nacht zuvor angekommen waren, und gleich eine der besten, wie sich später zeigen wird.

Nach einer Runde auf dem Kamel, geht es zurück in die Stadt. Es ist erst 10 Uhr morgens und wir haben schon so viele Eindrücke gesammelt, die einen ganzen Tag ausfüllen könnten. Wir sind gerade mal ein paar Stunden in Marokko und haben schon eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise hinter uns.

Frühstück im Berberzelt

Mit jeder Menge frischem Brot im Magen geht es zurück Richtung Marrakech. Wir halten an einem Palmenhain, wo wir Kamele (die eigentlich Dromedare sind) reiten. Der geführte Ritt ist ganz witzig, hätte aber nicht sein müssen. Der Kamelritt ist Teil des Programms und erscheint uns ein bisschen überflüssig. Die Ballonfahrt allein hätte auch genug beeindruckt.

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