Balkan Roadtrip: Slowenien Part I – Oh grün-türkises Wunder!

Der Balkan-Roadtrip beginnt. Dass Köln an diesem Tag von einem Unwetter heimgesucht wird, bekommen wir gar nicht mehr mit. Mittwochmorgen, Punkt 7 Uhr rollen wir mit unserem selbsternannten “Camper” Blauer Willli Richtung Autobahn. Das Ziel? So weit wie möglich! Für fast vier Wochen soll es auf den Balkan gehen. Ohne konkreten Plan. Meine liebste Reiseform.

Bei schönstem Sonnenschein passieren wir Deutschlands südliche Bundesländer, machen eine Eispause in Österreich und schaffen es tatsächlich am ersten Tag runter bis Slowenien.

Kurz vor Sonnenuntergang schmeißen wir nach gut 13 Stunden Fahrt und 1.000 km hinter uns, unser Wurfzelt auf einen Campingplatz mitten im Triglav Nationalpark. Zum Abendessen gibt es Rotwein zur leckeren One Pot Pasta vom Camping-Kocher und ein Gefühl der Glückseligkeit. Yeah, wir haben es geschafft – wir sind schon in Slowenien. 

Die Sonne geht bald unter. Es sind nur noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz.
Aussicht vom Vršič Pass auf gut 1.600 m.

Ein Tag im Soča Tal

Die lange Anreise hat sich gelohnt: Was sich schon auf den letzten Kilometern am Abend zuvor vermuten ließ, wird bei Tageslicht am nächsten Morgen Wirklichkeit – der Triglav Nationalpark mit dem Soča Fluss ist wunderschön. Majestätische Gebirgswände, grüne Baumwipfel und die Soča, die sich eisblau auf einem weißen Kalksteinbett, durch die Landschaft schlängelt, machen diesen Ort zum Bilderbuch-Idyll.

Bei Bovec parken wir unser Auto und versuchen uns im Wandern. Aber herje. Es ist so dermaßen heiß, dass wir gar nicht besonders weit kommen. Macht aber nix. Ist auch schön einfach seine Füße in den Fluss zu stecken. Mehr geht nicht. Zumindest für mich. Schon nach wenigen Sekunden im Wasser krampfen meine Beine. Der Schmerz zieht sich sekundenschnell durch meinen Körper. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Wasser mit einer Temperatur von vier Grad seiner Quelle entspringt. Und die ist nicht weit. Es ist also wirklich verdammt kalt. Einfach nur da zu sitzen, dem Rauschen zu lauschen und zu beobachten, wie sich das Wasser durch Kurven und kleine Felsen windet, reicht völlig.

Und so verbringen wir einen total tollen ersten Tag in Slowenien, umgeben von Grün und Türkis.

Direkt an der Soča gibt es viele einsame Plätze. Die Steine sind zwar spitz und hinlegen kann man sich nicht so gut, aber der Ausblick entschädigt den schmerzenden Popo. 

Man ist fast allein am Fluss. Nur hin und wieder ziehen ein paar Kajakfahrer vorbei.

Ljubljana. Liebe auf den ersten Blick

Es ist mein Geburtstag und gewünscht habe ich mir Standup Paddling in Ljubljana. Habe ich auch bekommen. Zuvor gucken wir uns jedoch die Stadt an. Eins ist schnell klar: Wir sind sofort verliebt. Alte Gemäuer, bunte Häuserfassaden, ein Fluss durch die Stadt, mediterranes Flair und eine lebendige, junge Atmosphäre verhelfen dieser Stadt zu einem Top-Ranking unserer Lieblingsorte. Wir werden ganz bestimmt noch das ein oder andere Mal wiederkommen!

Hereinspaziert. Über die kleinen Brücken geht es mitten ins Herz der Stadt.
Architektonisch kann sich Ljubljana wirklich sehen lassen.

Und dann gibt´s zum Mittagessen auch noch Indisch! Juhuuu. Ein besseres Geburtstagsessen kann ich mir nicht vorstellen. Was so mancher vielleicht nicht weiß: Ljubljana ist verdammt international unterwegs. Obwohl der Stadtkern klein ist, haben wir mindestens drei indische Restaurants zur Auswahl.

Standup Paddling auf der Ljubljanica

Mit vollem Bauch und nach einer kleinen Tour durch die Stadt über die kleinen Brücken, geht´s dann um 18 Uhr aufs Brett. Auf der Ljubljanica, dem Fluss, der durch die Innenstadt fließt, probieren wir das erste mal Standup Paddling aus. Und das ziemlich erfolgreich. Schließlich sind wir kein einziges Mal ins Wasser gefallen.

Ausblick tagsüber beim Spaziergehen auf das Wasser.

Während wir die Paddel ins seichte Flusswasser stechen, erwacht um uns eine Ausgehstimmung. Leute flanieren über die Bücken, Besteck klappert in den Restaurants am Ufer, Live Musik hallt an den Wänden den verzierten Hausfassaden empor. Sogar eine kleine Biberfamilie sehen wir am Ufer. Das war auf jeden Fall nicht unser letztes Standup Paddling!

Abends ist die Aussicht dann andersrum – vom Wasser auf die Stadt.

Unser Campingplatz (Camp Resnik) liegt leider ein ganzes Stück weiter außerhalb der Stadt. So verbringen wir den Abend nicht hier, sondern machen uns auf den Heimweg. Beim nächsten Mal wissen wir es besser: Dann buchen wir eine Unterkunft direkt in Ljubljana, um vom abendlichen Ausgehflair noch was mitnehmen zu können!

Am nächsten Tag geht es für uns weiter nach Kroatien.


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