Der Tag, an dem wir auf einer indischen Hochzeit tanzten

Mittlerweile liegen 945 km zwischen Mumbai und uns. Mit dem Zug sind wir über Nacht in 16,5 Stunden nach Udaipur in Rajasthan gefahren. Im Schlafwagen ging das ganz gut – auch wenn der erste Eindruck anderes vermuten ließ.

Die Liegen sind noch nicht mal so lang wie wir und natürlich nicht besonders breit (Man kommt sich hier eh häufig vor wie ein Riese, da die Inder alle viel kleiner sind und meist auch viel schmaler). Wir haben aber besser geschlafen als gedacht. Von 16,5 Stunden habe ich mindestens zehn geschlafen :-). An den Bahnhöfen, wo gehalten wird, werden Snacks direkt am Bahnsteig an die Reisenden verkauft. Einmal ist Ehsan gerade noch pünktlich wieder in den Zug gekommen. Glück gehabt, der nächste wäre erst in 24 Stunden gefahren! Zwischendurch gab´s Chai, Mittagessen, den ersten Eindruck vom Landleben in Indien und Small Talk mit der Familie, mit der wir uns das Abteil geteilt haben – so ging die Zeit gut rum!

Indien Zug
Schlafen im Zug: Geht gut!

Unser Hotel in Udaipur ist klasse. Wir haben von der Dachterrasse aus einen super Blick über die ganze Stadt und die Familie, die es betreibt, könnte nicht netter sein. Es ist schon recht touristisch im Ort, überall lauern Händler auf Touristen und man sieht hier mehr Weißbrote (Ehsans neues Lieblingswort für westliche Touris) als in Mumbai. Aber die kleinen Gassen sind süß, die alten Häuser, Havelis, wunderschön und der Pichola See hat ein besonderes Flair.

Udaipur
Udaipur am Pichola See
Udaipur
Udaipur von oben
Udaipur
In den Gassen von Udaipur

Heute war ein echt toller Tag! Nach dem Frühstück im Sonnenschein ging es auf eine Tour mit der Rikshaw durch die Stadt, wo Ehsan zwischendurch die Hose 30 cm aufgerissen ist (Keine Samosas mehr für Ehsan! 🙂 – Nein, Scherz, daran lag es nicht!).  Unser Fahrer Jamil hat uns Plätze gezeigt, die den Touristen weniger bekannt sind. Tatsächlich kannten wir von sechs nur zwei aus dem Reiseführer. Wir waren u.a. bei zwei Aussichtspunkten, einem schönen (Prinzessinen-)Garten, auf einem Friedhof für Könige, einem extrem farbenfrohen Gewürz- und Gemüsemarkt und sind mit einer Seilbahn einen der vielen Hügel hochgefahren.

Udaipur
Markt in Udaipur
Udaipur
Der Königsfriedhof
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Unser Fahrer Jamal. Er hat uns überall hingefahren.
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Gewohntes indisches Straßenbild
Udaipur
Auch abends ist es hier sehr schön!

Später sind wir durch die  kleinen, schiefen Gassen gelaufen, haben gestaunt, uns bestaunen lassen, Gewürze probiert und Kinder glücklich gemacht indem wir ihr “Hi” und “Goodbye” erwidert haben. Tja, und plötzlich war dann eine indische Hochzeitsgesellschaft vor uns. Der Bräutigam, bunt geschmückt, saß auf einem Pferd, angeführt von einer Musikkapelle und einer tanzenden Meute. Als wir weiter gehen wollten, wurden wir zum mitmachen eingeladen bzw. eher gezwungen :-). Mit einem Lächeln im Gesicht zog man uns an den Armen in die Mitte der Gruppe. Wir waren zuerst etwas orientierungslos, wussten nicht so recht, was wir machen sollten. Aber sie haben uns dann gezeigt, wie wir zu tanzen haben: Hände in die Luft und Ehsan musste im Kreis um mich herum tanzen. Währenddessen hat eine Frau mit Geldscheinen über unsere Köpfe gestrichen und Geld von anderen Leuten eingesammelt. Nach ein paar Minuten durften wir gehen und alle haben sich für´s mitmachen bedankt. Crazy India! Sowas erlebt man auch nur hier!

Udaipur
Der Bräutigam
Udaipur
Die Hochzeitsgesellschaft zieht von dannen...

Morgen ist unser letzter Tag in Udaipur, dem wir dem Sightseeing widmen wollen. Mal schauen, was unterwegs noch passiert, man muss mit allem rechnen!

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