Look, Look, Look! Auf Safari im Yala Nationalpark

Einen Tag lang haben wir eine Safari im Yala Nationalpark gemacht, der bekannt dafür ist, dass hier auch Leoparden leben. Angeblich muss man sehr großes Glück haben überhaupt welche zu sehen. Scheinbar hatten wir viel Glück, denn wir haben mindestens fünf gesehen.

Rundum-Service

Manchmal nervt´s, manchmal liebe ich es: Der ungefragte Rundum-Servie: Auf dem Weg nach Tissa (einer der Orte, vom dem aus man gut den Yala NP erreichen kann) sprach ein Junge, der im Bus neben uns saß, Ehsan an, ob wir denn schon ein Hotel hätten. Wie nicht anders erwartet, hatte er einen Bruder, der ein Hotel in Tissa betreibt (hier haben alle Brüder mit Hotels, Autovermietungen, je nachdem, was man gerade braucht). Wir konnten kaum antworten, da hatte Ehsan schon ein fremdes Handy am Ohr und sprach mit besagtem Bruder, der uns als Gäste anwerben wollte. In Tissa angekommen, holten uns dann gleich mehrere Leute mit einem Auto ab und brachten uns zum Hotel. Bevor wir einstiegen, machten wir nochmal deutlich, dass wir uns das Hotel zwar ansehen werden, aber nicht versichern können ein Zimmer zu nehmen. Das Ende vom Lied: Wir haben´s als gut befunden, sind direkt dageblieben und haben auch die Safari zum Yala Nationalpark dort gebucht. Da ist die Masche der Jungs dann direkt aufgegangen und wir waren zufrieden :-).

Da die Safari erst am kommenden Tag los gehen sollten, haben wir uns Räder geliehen und sind durch die Gegend von Tissa (Tissamaharama) geradelt. Der Schweiß tropfte, aber es hat sich gelohnt. Rund um den Tissa Lake ist es total grün und wir konnten schon die ersten Pfauen sehen. Auch die ein oder andere Kuh ist uns mitten auf dem „Radweg“ begegnet.

Mit dem Rad am See.
Nicht nur Pfauen lauern hier im Gebüsch. Manchmal kreuzen auch Kühe unseren Weg.
Tolle Aussicht vom Wegesrand über die Felder mit Palmen.
Kurze Pause. Ständer haben die Räder allerdings nicht.

Auf Safari in Yala

Los ging es verdammt früh. Um fünf Uhr morgen klingelte uns der Wecker aus dem Bett. Mit zwei anderen Pärchen saßen wir in einem Jeep, der zu den Seiten offen ist und fuhren Richtung Nationalpark. Es hat noch eine Weile gedauert bis unser Fahrer die Tickets hatte. Den Andrang im Eingangsbereich des Parks kann man sich gar nicht vorstellen. Hunderte Jeeps! Sofort schlich sich ein Hauch von Enttäuschung bei mir ein: Statt in Ruhe Tiere aufspüren im Konvoi durch den Park? Glücklicherweise kam es nicht so! Der Park ist so groß, dass sich die vielen Jeeps tatsächlich total gut verteilen und man oft völlig allein auf weiter Flur ist!

Sri Lankas Tierwelt

Mit dem Sonnenaufgang ging´s dann auch endlich los. Da war schon das erste Krokodil am Wasserloch und ein Büffel, der badete. Im Laufe des Tage haben wir noch Pfauen, Warane, Mungos, Büffel, Hirsche, Adler, Pelikane und andere Vögel sehen. Und Elefanten! Die zählen auf jeden Fall zu den Highlights! Leider ist uns nie eine Herde begegnet, sondern nur Bullen, die als Einzelgänger unterwegs waren. Aber ist ja auch schon toll, wenn so ein Riese vor einem steht und genüsslich Blätter schmatzt.

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Auch das Krokodil ist noch träge.
Ein Waran verschwindet wieder im Dickicht.
Ein heimischer Adler begrüßt uns direkt am Eingangstor.
Eine Elefantenkuh allein. Das ist eher selten – die Weibchen bewegen sich in Herden. 
Ah, stop! Fast hätten wir diesen Elefantenbullen übersehen, der direkt neben der Straße seine Mahlzeit zu sich nahm.
Wir konnten ihn einen Weile beobachten. Dann zog er weiter.
Mittagspause am Fluss. Die Füße konnte man hier leider nicht abkühlen – das Wasser erschien uns fast wärmer als die Luft.

Die Leoparden von Yala

Leoparden gibt es nur im Yala Nationalpark und an keinem anderen Ort in Sri Lanka. Nicht alle, die hier auf Safari gehen, haben wohl das Glück welche zu sehen. Denn sie sind Meister der Tarnung und ziehen sich zurück. Wir haben tatsächlich mindestens fünf gesehen! Dass wir so viele Leoparden sehen konnten, lag vor allem an der Vernetzung der einzelnen Jeepfahrer. Anfangs wunderten wir uns, warum unser Fahrer ständig telefonierte. Und plötzlich raste er wie bescheuert los. Wir mussten uns festkrallen, um nicht aus dem offenen Fahrzeug zu fallen. Als er zum Stillstand kam, waren schon einige andere Jeeps vor Ort und der Fahrer rief immer: „Look, look, look! Leopard, Leopard!“ Und tatsächlich: Man musste sich manchmal ganz schön konzentrieren sie zu erkennen – ihre Tarnung ist echt verdammt gut! Aber die Fahrer und Führer haben ein geschultes Auge, ihnen entgeht nichts.

Yala NP Sri Lanka
Verdammt gut getatarnt. Ohne unseren Fahrer hätten wir die Leoparden oft gar nicht bemerkt.
Yala NP Sri Lanka
Zwar aus der Entfernung, aber dafür volle Sicht. Ein Leopard spürt einem Pfau nach.
Die Jagd auf den Pfau war nicht erfolgreich. Ein Stück Wurzel tut es aber scheinbar auch.
Yala NP Sri Lanka
Look, Look, Look! Einmal sind wir auf das Dach des Jeeps gestiegen, um einen Leopraden zu sehen. Gab aber gleich eine Verwarnung vom Parkwächter :-), ist ja aber auch richtig so.
Yala NP Sri Lanka
So viel Gedränge gab es glücklicherweise nur, wenn Leoparden gesichtet wurden. Den Rest des Tages begegneten wir nur wenigen Jeeps.

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